Wenn Nachschlagewerke zu Verben werden…

Wie gedankenlos wir Sprache verwenden, fiel mir letztens auf, als ich mir beim Schreiben die Frage stellte, ob ich ‚googeln‘ oder ‚gugeln‘ wählen sollte. Ich bemerkte, dass ich mit einem Verb hantierte, welches sich von einem Nachschlagewerk ableitet.“Ich gugel das mal eben“ bedeutet „Ich schaue das mal eben bei Google nach“. Soweit, so gut. Aber wende ich diese Praxis auch auf andere Nachschlagewerke an? Würde ich die Frage nach der Schreibweise eines Wortes gemäß dem Duden beantworten mit „Moment, ich dude das mal eben.“? Nein, bisher nicht -aber vielleicht ab jetzt – weil es neu wäre. Sprache wandelt sich fortwährend. Auch die Bibel eignet sich zur Ververbung. „Wieviel Söhne hatten Abraham und Sarah nochmal???“ „Keine Ahnung, ich bibel das mal eben.“ Ich habe natürlich vorher gegugelt, wie die Frau von Abraham hieß, geht ja viel schneller als bibeln.

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11 Gedanken zu “Wenn Nachschlagewerke zu Verben werden…

  1. Sprache ist dem Wandel unterworfen, aber auch da müssen wir nicht jeden Sch..ß mitmachen. Im Besonderen stehe ich diesem Internetriesen sehr zwiespältig gegenüber.
    Aber wir wuppen auch das noch, denn Spätis sind wir noch lange nicht…

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    • Martin Pierick schreibt:

      Die Anzahl der A’s übertrifft alles, was mir bisher in geschriebener Form begegnet ist, und das, trotzwohl ich selber ein Meister der sprachlichen Neuschöpfung bin 😉

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  2. Ja, aber glücklicherweise blieb es zumindest beim „googeln“ – „gugeln“ wäre ja nun auch zu gruselig gewesen, finde ich jedenfalls. Und nichtsdestotrotz ist es so, dass man sich im Lektorat an den Duden halten sollte, was ich generell tue.

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  3. googeln ist ja in den „offiziellen sprachgebrauch“ übernommen worden, nachdem es so weit verbreitet ist. dasselbe gilt inzwischen für „tindern“. das ist eben auch sprachentwicklung und sprachveränderung. der neue duden enthält 5000 neue begriffe, die zum teil im internet entstanden sind, eben durch eigenwilligen gebrauch zum teil.
    die dichter/innen sind auch welche, die sprache neu erfinden und verwenden, auch die prosaisten. im grunde kann jeder neue worte erfinden. wenn sie treffend sind, haben sie eine gute chance verbreitet zu werden.

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  4. Aha… eine -vorsichtig formuliert – Kennenlernplattform, die auf Facebookdaten fußt. Mann, bin ich ahnungslos. Ich gehöre übrigens zu den wenigen, die immer noch kein Smartphone besitzen. Klappt ganz gut!

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