Der Zahn der Zeit…

…nagt an uns allen, leise. schleichend, aber unerbittlich. Das weiss ein jeder von uns, so recht wahrhaben wollen es die wenigsten. Ich bin da keine Ausnahme, bin ich doch der Meinung, von dem gleichen jungenhaften Gemüt besessen zu sein wie vor 35 Jahren. Was sollte anders sein als damals? Dass meine körperliche Fitness nicht mehr dieselbe ist wie in meinen jungen Jahren, wird mir in letzter Zeit aber immer häufiger vom Schicksal vor Augen gehalten. Natürlich bin ich dann zunächst erst mal nicht bereit, die Tatsache, nicht mehr Marathon laufen zu können, zu akzeptieren, ich müsste nur wieder mit dem Training beginnen, ganz vergessend, dass das mit einem Herzschrittmacher schwierig und mit Arthrose im Knie fast unmöglich ist. Als ich dann vor einigen Wochen auch noch mächtig Rückenschmerzen bekam, war ich so weit: ich wollte endlich beginnen, wieder etwas für meine Kondition und meinen Allgemeinzustand zu tun, angefangen mit Gewichtsreduktion und Gymnastik. Abspecken war kein Problem, weniger futtern und mehr bewegen, mehr braucht es dazu nicht. Mit 185 cm Größe wiege ich 82 – 83 kg, damit kann ich zufrieden sein. Aber Gymnastik….es gibt für mich nichts langweiligeres, als auf einer Matte zu liegen und mich durch die Übungen zu hangeln. Männersport braucht einen Ball, Körperkontakt, Blut, Schweiß und Tränen, aber mindestens! Mit anderen Worten: ich bekam es nicht hin, schob die guten Vorsätze immer weiter vor mir her, bis mir jemand empfahl, die Übungen in das alltägliche Leben zu integrieren.

Ich beschloß, mit dem Stehen auf einem Bein anzufangen. Ian Anderson macht das sein ganzes Leben lang und spielt dabei auch noch Querflöte, da sollte es mir doch möglich sein, zumindest die Zeit des Zähneputzens so zu verbringen. So weit, so gut: ich machte schnell Fortschritte, scheiterte allerdings daran, die Zahnbürste mit den Zehen zu halten und die Zähne durch gleichmäßige Fußbewegung zu reinigen. Ich benutzte also weiterhin meine Hände, erweitere die Übung aber durch einbeinständiges Fußabtrocknen nach dem Duschen, also nicht mehr auf der Treppe sitzend, wie zuvor. Verdammt knifflig, das sag ich euch! Noch schwieriger: das Trocknen der Zehenzwischenräume, das führt den Gleichgewichtssinn wirklich an seine Grenzen. Und was man da alles findet – das wollt ihr gar nicht wissen, glaube ich. Aber ich übe und übe, und wenn ich gut im Balancieren bin, werde ich mir, auf einem Bein stehend, die Zehennägel lackieren.

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14 Gedanken zu “Der Zahn der Zeit…

  1. 😁 Dann zeig uns bitte ein Foto.
    Ich mache so ähnliche Übungen auch beim Zähneputzen. Ist ja sonst verschenkte Zeit. Und jetzt wo die Garten Zeit fast rum ist fang ich auch wieder an mit Gymnastik auf der Matte. Schaue während dessen TV, dann ist es nicht arg so langweilig. Auf jeden Fall merke ich wieder alle Muskeln.

    Gefällt 1 Person

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