Madddin, die alte Rampensau…

hat es mal wieder in die Zeitung geschafft. Es stellt sich die Frage, woran das liegen könnte. Bin ich so schön und interessant, oder ist in Bielefeld sonst nichts los, mit dem man die Blättchen füllen könnte?

Gast aus Hannover: Heidrun Rimkus ist extra aus Niedersachsen angereist, um die Pflanzenbörse im Botanischen Garten zu genießen. Hier diskutiert sie mit Martin Pierick über die Kriechende Gämswurz. Pierick hat auch die besonders große Prachtnelken-Art "Dianthus superbus" mitgebracht. - © Barbara Franke

Gast aus Hannover: ………………. ist extra aus Niedersachsen angereist, um die Pflanzenbörse im Botanischen Garten zu genießen. Hier diskutiert sie mit Martin Pierick über die Kriechende Gämswurz. Pierick hat auch die besonders große Prachtnelken-Art „Dianthus superbus“ mitgebracht. | © Barbara Franke

Gärtnertipps von der Pflanzenbörse im Botanischen Garten

Viele Hundert Besucher diskutieren über Tipps und besondere Schätzchen – und erfreuen sich bei Kaffee und Kuchen am großartigen Wetter

Angenehme Atmosphäre vor dem Fachwerkhaus: Zur Pflanzenbörse im Botanischen Garten kamen viele fachkundige Besucher. - © Barbara Franke
Angenehme Atmosphäre vor dem Fachwerkhaus: Zur Pflanzenbörse im Botanischen Garten kamen viele fachkundige Besucher. | © Barbara Franke

Bielefeld. Schon die letzten Meter den Hang hinauf zur Pflanzenbörse im Botanischen Garten machen Lust auf einen guten grünen Daumen. Farbexplosionen, wohin das Auge blickt. Tulpen leuchten, Azaleen zeigen fulminant die Farbpalette von Weiß bis Lila, Rhododendren blühen, Japanische Ahorne bieten ihr großartiges Farbspiel im Laub an.

Und dann stehen da 13 Stände, gut gefüllt mit seltenen Pflanzen, so mehreren Arten des Blauen Scheinmohns, mit heimischen Stauden und Sträuchern, Sukkulenten, Kräutern und Tomaten. Es fehlt nur der traditionelle Kakteenstand. Dennoch ist viel los.

Hunderte Besucher kaufen, klönen, führen Fachgespräche und lassen sich bei bestem Wetter begeistern. So auch Rüdiger Ahrend, Leiter des Botanischen Gartens. Er hat gemeinsam mit dem Förderverein auch einen Stand aufgebaut – und sorgt sich bereits früh am Vormittag um die Kuchenbestände. „15 Kuchen – das reicht bei dem Wetter nie.“

Kuchen ist das eine, die Pflanzen das andere. Da die nächste Woche absehbar schön wird, gibt es überall auch Tipps, was nun gemacht werden sollte und muss. Martin Pierick hat aus dem eigenen Garten rosafarbene Prachtnelken der großen Art „Dianthus superbus“ mitgebracht, er sagt: „Vor allem erst abends pflanzen, in aufgelockerte Erde – und dann sofort angießen.“

„Vor allem sollte man im Garten ein offenes Auge haben“

Ansonsten hält er nicht viel von Regeln im Garten. „Rasen schneide ich jederzeit, Rosentriebe schneide ich ab, wenn ich finde, dass sie ab müssen.“ Er sagt: „Vor allem sollte man im Garten ein offenes Auge haben, die Pflanzen erzählen einem, was sie brauchen.“ Er düngt nur mit eigenem Kompost, das muss reichen.

Für das große Thema der kommenden Wochen hält er die Schnecken. „Noch sind sie klein, jetzt sollte man was gegen sie tun.“ Noch besser aber sei vor allem Pflanzen zu pflanzen, die den Schnecken erst gar nicht schmecken.

Lydia Müller verkauft Tomaten und andere Pflanzen, ihr Tipp für diese Tage: „Tomaten sollten erst angezogen und dann umgetopft werden – und hier dann deutlich tiefer eingesetzt werden, bis zu den ersten Keimblättern.“ Das stärke die Tomate.

Ansonsten würde sie jetzt aussäen, „es ist höchste Zeit, trotz der Eisheiligen“. Bohnen könnten bereits raus, anderes Gemüse gehöre noch ans Küchenfenster.

Tipps kann auch Karl-Heinz Gartemann geben. Er verkauft viele Stauden, das Thema der nächsten Woche werde vor allem im Süden Bielefelds das Wasser sein. „Schon jetzt muss täglich gegossen werden.“ Und Düngen? Auf trockenen Böden solle bei Stauden eher nicht gedüngt werden, auf feuchteren Böden dagegen schon.

Und beim Gemüse? Er warnt vor den Eisheiligen. Zwar richte sich der Frost nicht an diesem Termin aus, aber die Regel gebe es ja nicht umsonst. „Wir sollten uns also nicht blenden lassen, Tomaten und Gurken gehören jetzt noch nicht raus.“ Auch wenn ansonsten jetzt „absolute Pflanzzeit“ sei. Genug abgestorbene Pflanzen gebe es zurzeit in vielen Gärten, „der Märzfrost hat einige Schäden angerichtet“, sagt Gartemann.

Nächster Termin im Garten: Samstag, 26. Mai, 17 Uhr – Vogelwelt im Botanischen Garten

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19 Gedanken zu “Madddin, die alte Rampensau…

  1. Nachdem Du es jetzt in die Zeitung geschafft hast, kann es nicht mehr lange dauern, bis die Damen und Herren vom „Morgenmagazin“ der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten bei Dir anklopfen. 🙂 Bezüglich der Frage, ob das an Dir oder an Bielefeld liegt, ist die Antwort absolut eindeutig: An beidem, aber eher an Dir! Wobei ich Bielefeld dabei auch etwas Unrecht tue, denn bleierne Ereignislosigkeit ist eigentlich kein exklusives Merkmal der Stadt, die es eigentlich nicht gibt, sondern eines des gesamten Landstrichs OWL. 😉

    Mal ohne Spaß: Glückwunsch zu Deinem Auftritt in der Zeitung!

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  2. Martin, ich hab´auch kriechende Gämswurz im Garten, seit vielen Jahren – aber sie blüht nicht! Weißt du, woran das liegen könnte?? (Wahnsinn, was für Probleme hier alle möglicherweise gelöst werden können!) 😉

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    • Hi, Carola! Die Gämswurz braucht viel Licht, höchstens Halbschatten, und mutmaßlich viele Nährstoffe, dann wird sie fast schon zur schön blühenden Plage. Bist du sicher, dass du die KRIECHENDE Gämswurz im Garten hast? Weit häufiger ist nämlich die ORIENTALISCHE Gämswurz…

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      • Oh, das weiß ich gar nicht – und Licht haben sie, aber bestimmt mangelt es an Nährstoffen! Ich kann ja mal Hornspäne drauf machen… 😉 Danke schön!

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