Stagnation

kein Laut, nur ein Pling

nur tröpfelnde Zeit

die Wolken ziehen

weiß durch den Himmel

 

ein gelbes Blatt fällt

pling leise vom Zweig

senkrecht, kein Wind weht,

und ruht im Rauhreif

 

das Rotkehlchen ruft

schmetternd ins Leere

pling und huscht davon

der Zweig schwingt noch nach

 

ich starre hinaus

pling! Da! Schon wieder!

und Stille, mein Blut

pulsiert taktdiktierend

 

14 Gedanken zu “Stagnation

  1. Heikibeiki schreibt:

    Tröpfelnde Zeit aufgefangen für eine gute Heilung.
    Ausgebremst um aus dem Fenster zu starren- Geduld nährt das Heute.
    Zeit wird neu definiert. Zu viel plötzlich, wohin mit ihr?
    In’s Einmachglas für magere Zeitzeiten?
    Investieren in ein tolles Zeitvertreiber-Puzzle?
    Wie oft ist sie schon davon gerannt, ticktackticktack.
    Festhalten geht nicht. Was für ein Fluch. Nie ist’s recht so wie’s gerade ist.

    So viel übrige Zeit wirst du nach der Gesundung nicht mehr haben.
    Ich weiss dass du das weisst. Zeit haben aber mobil sein,
    das wäre ein Wunsch. Wünsch ihn dir für Morgen oder Übermorgen.

    Was für ein Fluch. Nie ist’s recht so wie’s gerade ist.

    Und so wünsche ich dir eine gute Zeit um aus dem Fenster zu blicken
    mit unendlich viel Zeit die zur Gesundung beitragen.

    Gefällt 4 Personen

      • Heikibeiki schreibt:

        Ein bisschen und manchmal.
        Trübsal blasen vertreibt nicht immer den Nebel im Kopf und doch darf dass schon mal sein. Sich selber bemitleiden tut manchmal so gut- für einen winzigen Moment.

        Vielleicht gibt es gerade heute dein Lieblings-Essen oder Morgen. Ein kleiner Grund sich zu freuen. Nebst den kleinen Dingen die noch Licht hinter die angestarrten Scheiben bringen.

        Wie oft wünschen wir uns aus tiefstem Herzen mal Nichtsnützig zu sein. Und kommt der Nützige aus dem Nichts ist er nicht willkommen. Sowas auch…

        Seufz, ja ich weiss auch wie das geht. Aber es geht vorbei. Platz da für die Besserung, die Gute

        Herzliche Grüsse aus der hochnebligen Schweiz 🇨🇭

        Gefällt 2 Personen

  2. das ist sehr schön, lieber madddin, auch wenn ich das mit dem „pling“ nicht so ganz verstehe, aber das macht ja nichts. 🙂 es ist ein taktgeber, vermutlich ein fremder, vielleicht auch der innere, der immer wieder (bewusst) wahrnimmt. jedenfalls – gefällt mir gut, dein gedicht. schönen sonntag dir, pling. 🙂

    Gefällt 1 Person

  3. Die gekonnte Beschreibung erinnert mich an früheres Kindheitskranksein, als man noch zur Bettruhe weitgehend isoliert „aufbewahrt“ wurde und sich damit vergnügen musste, Tapetenmuster mit Phantasieleben zu erfüllen oder tanzenden Staub mit den Augen zu verfolgen, während man den Geräuschen lauschte, an denen man nicht teilhatte.
    Aber Kaffee, Kuchen und Besuch scheint mir bei all dem doch tröstlich.

    Gefällt 2 Personen

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