Unterwegs #

Regionalzug Hamburg – Schwerin: Rappelvoll, Menschentrauben hängen außen am Zug, wie in Indien. Immer, wenn ein ICE vorbeirauscht, pressen sich die ‚Externen‘ ängstlich von außen an die Fenster. Ich sitze zum Glück innen.

Unterwegs

Graffitis huschen vorbei, Farben und Gedanken verwirbeln, rohe Fassaden, Glasbruch, Schrebergärten, das war Hannover. Mein Kopf schmiegt sich ins Polster des Sitzes, die Augen starr nach draußen, auf unendlich gestellt. Heide, Wiesen, Felder, nach Norden. Langsam werde ich ruhig. Urlaub. Ich schließe die Augen.

Dich spüren

Du bist der Sand in meinen Augen, das Loch in meinem Zahn, der Stein in meinem Schuh, der Grund für meinen Wahn, und ich spüre dich. Ich spüre dich. Ich spüre dich.

Du bist das Salz in meiner Wunde, der Schrei in mein Ohr, der Stachel im Fleisch, was steht mir noch bevor, doch ich spüre dich. Ich spüre dich. Ich spüre dich.

Ich spüre dich. Ich spüre dich. Ich spüre dich.