Oh Drosophila

Wenn Sonnenstrahlen sie erwärmen,

die gerne über Fallobst schwärmen

und tanzen über Komposthaufen,

um den Rand des Weinglas‘ laufen,

rufen alle, fern und nah:

‚Drosophila – der Herbst ist da!‘

 

 

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Paula und Paul

Unsere beiden Schwarzdrosseln haben erfolgreich zwei(Oder mehr? Wir wissen es nicht, das Nest war so gut im Efeu versteckt, dass wir es nicht einsehen konnten.) Junge groß gezogen. Die Halbwüchsigen verstecken sich erfolgreich in den Dickichten in unserem Garten, so dass sie vor den umherstreifenden Elstern relativ sicher sind. Beim leisesten Krächzen sind Paula und Paul sofort alarmiert und beziehen Position in einem der Nachbarkirschbäume. Paul hat übrigens, entgegen meiner Mutmaßung in ‚Paula‘ vom 10. April, fleißig Schnecken und Würmer gesammelt und die Nestlinge gefüttert, sich zwischendurch aber auch immer wieder eine Auszeit gegönnt und sie mit melodiösem Gesang auf dem Hausdach verbracht.

Die Nähe des Nests zu unserer Terasse und unsere Allgegenwärtigkeit in dem kleinen Reihenhausgarten hat nun zu einem interessanten Verhalten der Drosseln geführt: sie sind fast zahm. Man hat den subjektiven Eindruck, sie würden uns erkennen, und sie haben sehr schnell gelernt, dass von uns keine Gefahr ausgeht und dass die Brotkrümel, die wir nach dem Frühstück auf den Rasen werfen, eine leckere Erweiterung des üblichen Speiseplans darstellen. Mittlerweile kommen sie angeflogen, wenn man den Garten betritt, und wenn man sich still verhält oder gemächlich geht, nähern sie sich bis auf wenige Schritte. Die Fotos entstanden aus einer Entfernung von 1,5 Metern!

Selten gesehene Pflanzen im Garten

Heute möchte ich euch einige Pflanzen vorstellen, die in unseren Gärten völlig zu Unrecht selten zu sehen sind.

Die Schwalbenwurz ist eine einheimische Staude und gedeiht besonders gut auf kalkhaltigen Böden. Sie wird bis 40 cm hoch und erfreut mit ihren zarten Blüten.

Der einheimische Schneeball bildet große Sträucher und schmückt sich im Mai mit zahlreichen Blütendolden, deren äußere Blüten unfruchtbar, aber auffällig sind, während die inneren Blüten klein, aber fruchtbar sind. Aus ihnen entstehen im Herbst leuchtend rote Beeren, die ab Ende des Winters von vielen Vögeln verzehrt werden.

Der Kohl, gemeint sind hier alle Abkömmlinge des einheimischen wilden Kohles, wie er z. B. heute noch auf den Helgoländer Klippen vorkommt, bildet bei uns selten Blüten, und zwar aus einem einfachen Grund: wir essen ihn vorher. Tun wir das nicht, bedankt er sich im 2. oder 3. Jahr mit zahllosen Blüten, die denen des Raps ähneln. Also: einfach mal eine Pflanze stehen lassen…

Die Blüten der Zimthimbeere erinnern eher an eine Rose als an eine Himbeere, und doch gehören sie zweifelsohne zu letzterer Gattung. Sie werden gerne von Hummeln aufgesucht und bilden Beeren, die etwas fade schmecken. Man unterscheidet zwei Arten, die sich durch ihre Blütenfarbe – weiß und rosa – unterscheiden, ansonsten aber sehr ähnlich sind.

Madddin, die alte Rampensau…

hat es mal wieder in die Zeitung geschafft. Es stellt sich die Frage, woran das liegen könnte. Bin ich so schön und interessant, oder ist in Bielefeld sonst nichts los, mit dem man die Blättchen füllen könnte?

Gast aus Hannover: Heidrun Rimkus ist extra aus Niedersachsen angereist, um die Pflanzenbörse im Botanischen Garten zu genießen. Hier diskutiert sie mit Martin Pierick über die Kriechende Gämswurz. Pierick hat auch die besonders große Prachtnelken-Art "Dianthus superbus" mitgebracht. - © Barbara Franke

Gast aus Hannover: ………………. ist extra aus Niedersachsen angereist, um die Pflanzenbörse im Botanischen Garten zu genießen. Hier diskutiert sie mit Martin Pierick über die Kriechende Gämswurz. Pierick hat auch die besonders große Prachtnelken-Art „Dianthus superbus“ mitgebracht. | © Barbara Franke

Gärtnertipps von der Pflanzenbörse im Botanischen Garten

Viele Hundert Besucher diskutieren über Tipps und besondere Schätzchen – und erfreuen sich bei Kaffee und Kuchen am großartigen Wetter

Angenehme Atmosphäre vor dem Fachwerkhaus: Zur Pflanzenbörse im Botanischen Garten kamen viele fachkundige Besucher. - © Barbara Franke
Angenehme Atmosphäre vor dem Fachwerkhaus: Zur Pflanzenbörse im Botanischen Garten kamen viele fachkundige Besucher. | © Barbara Franke

Bielefeld. Schon die letzten Meter den Hang hinauf zur Pflanzenbörse im Botanischen Garten machen Lust auf einen guten grünen Daumen. Farbexplosionen, wohin das Auge blickt. Tulpen leuchten, Azaleen zeigen fulminant die Farbpalette von Weiß bis Lila, Rhododendren blühen, Japanische Ahorne bieten ihr großartiges Farbspiel im Laub an.

Und dann stehen da 13 Stände, gut gefüllt mit seltenen Pflanzen, so mehreren Arten des Blauen Scheinmohns, mit heimischen Stauden und Sträuchern, Sukkulenten, Kräutern und Tomaten. Es fehlt nur der traditionelle Kakteenstand. Dennoch ist viel los.

Hunderte Besucher kaufen, klönen, führen Fachgespräche und lassen sich bei bestem Wetter begeistern. So auch Rüdiger Ahrend, Leiter des Botanischen Gartens. Er hat gemeinsam mit dem Förderverein auch einen Stand aufgebaut – und sorgt sich bereits früh am Vormittag um die Kuchenbestände. „15 Kuchen – das reicht bei dem Wetter nie.“

Kuchen ist das eine, die Pflanzen das andere. Da die nächste Woche absehbar schön wird, gibt es überall auch Tipps, was nun gemacht werden sollte und muss. Martin Pierick hat aus dem eigenen Garten rosafarbene Prachtnelken der großen Art „Dianthus superbus“ mitgebracht, er sagt: „Vor allem erst abends pflanzen, in aufgelockerte Erde – und dann sofort angießen.“

„Vor allem sollte man im Garten ein offenes Auge haben“

Ansonsten hält er nicht viel von Regeln im Garten. „Rasen schneide ich jederzeit, Rosentriebe schneide ich ab, wenn ich finde, dass sie ab müssen.“ Er sagt: „Vor allem sollte man im Garten ein offenes Auge haben, die Pflanzen erzählen einem, was sie brauchen.“ Er düngt nur mit eigenem Kompost, das muss reichen.

Für das große Thema der kommenden Wochen hält er die Schnecken. „Noch sind sie klein, jetzt sollte man was gegen sie tun.“ Noch besser aber sei vor allem Pflanzen zu pflanzen, die den Schnecken erst gar nicht schmecken.

Lydia Müller verkauft Tomaten und andere Pflanzen, ihr Tipp für diese Tage: „Tomaten sollten erst angezogen und dann umgetopft werden – und hier dann deutlich tiefer eingesetzt werden, bis zu den ersten Keimblättern.“ Das stärke die Tomate.

Ansonsten würde sie jetzt aussäen, „es ist höchste Zeit, trotz der Eisheiligen“. Bohnen könnten bereits raus, anderes Gemüse gehöre noch ans Küchenfenster.

Tipps kann auch Karl-Heinz Gartemann geben. Er verkauft viele Stauden, das Thema der nächsten Woche werde vor allem im Süden Bielefelds das Wasser sein. „Schon jetzt muss täglich gegossen werden.“ Und Düngen? Auf trockenen Böden solle bei Stauden eher nicht gedüngt werden, auf feuchteren Böden dagegen schon.

Und beim Gemüse? Er warnt vor den Eisheiligen. Zwar richte sich der Frost nicht an diesem Termin aus, aber die Regel gebe es ja nicht umsonst. „Wir sollten uns also nicht blenden lassen, Tomaten und Gurken gehören jetzt noch nicht raus.“ Auch wenn ansonsten jetzt „absolute Pflanzzeit“ sei. Genug abgestorbene Pflanzen gebe es zurzeit in vielen Gärten, „der Märzfrost hat einige Schäden angerichtet“, sagt Gartemann.

Nächster Termin im Garten: Samstag, 26. Mai, 17 Uhr – Vogelwelt im Botanischen Garten

Gärtnerische Misserfolge

Jeder Gartenbesitzer hat es schon erlebt: kaum hat man sich endlich überwunden und viel Geld für eine neue und seltene Staude ausgegeben, welche die Nachbarn garantiert noch nicht gepflanzt haben,und welche, glaubt man den Versprechungen des Staudenfachverkäufers, völlig unkompliziert sei, geht das gute Stück ein, wird von Schnecken gefressen oder bleibt im kommenden Frühling verschollen. Es macht also durchaus Sinn, auf Bewährtes zu vertrauen, während man aber gleichzeitig auch nicht auf Experimente verzichten sollte. Die Liste der Pflanzen, die es in unserem Garten nicht geschafft haben, ist schmerzlich lang. Es gab z. B. diverse Pfirsichbäumchen und ein Aprikosenbäumchen, welche ich selber liebevoll gezogen hatte, was sie aber nicht davon abhielt, an diversen Krankheiten zu leiden und schließlich einzugehen. An den Feuerbrand verlor ich eine stattliche Chinesische Scheinquitte, nicht zu verwechseln mit der Japanischen Zierquitte! 

Die Chinesische Scheinquitte(Pseudocydonia sinensis)

3 wunderschön blühende Rosen, von mir aus Samen gezogen, verblichen, bevor ich ihnen einen Namen geben konnte, direkt nach der ersten Blüte also. Wirklich bitter!

Unbenannte Rose, Blütendurchmesser lediglich 3 cm

Die oben abgebildete Rose war etwas ganz besonderes, da ihre Blüten nicht größer als die einer Brombeere waren. Ich darf gar nicht daran denken, wie umwerfend schön sie als ausgewachsener Rosenbusch ausgesehen hätte. Die viel zu frühe Blüte raubte ihr wohl die Kraft, sich gesund zu entwickeln. Vielleicht ist es sinnvoll, die erste Blütenknospe zu entfernen, aber, verdammt nochmal, die Neugierde ist dann doch meistens zu groß!

Auch diesen beiden Schönheiten war kein langes Leben beschert.