Seltsame Blüten…

…treibt Mutter Natur, wie ich gestern wieder einmal freudig verwundert feststellen durfte. Eine von mehreren jungen Clematispflanzen, welche erst in diesem Frühjahr keimten und die wahrscheinlich einem meiner Kreuzungsversuche(Clematis armandii x Clematis alpina(korrigiert: vorher stand hier ‚montana‘, das war nicht korrekt)) entstammen, hat eine einzelne Knospe angesetzt, die sich gestern zur Blüte öffnete. Die Blüte ist ungewöhnlich klein, kleiner noch als die Blüten von Clematis vitalba, der häufigen und einheimischen Waldrebe. Die Blüte gleicht sehr jener von Clematis recta, der aufrechten Waldrebe, allerdings kann ich mich nicht daran erinnern, diese ausgesät zu haben. Zuzutrauen wäre mir allerdings schon, dass ich bei einem Besuch eines Botanischen Gartens an ein paar Samen gelangt wäre…Ob nun diese Blüte sortenbedingt oder aufgrund der geringen Größe der Pflanze so klein ist, weiß ich nicht – die kommenden Jahre werden mir die Antwort geben, wenn die 4 von mir ausgepflanzten Exemplare größer und kräftiger werden und hoffentlich zahlreiche Blüten hervor bringen. Sie dürfen gerne klein sein, hübsch sind sie allemal.

Die Pflanzen zeigen noch eine weitere Auffälligkeit. Die ersten 10 – 12 Blätter sind lanzettförmig wie bei Cl. armandii, die späteren Blätter jedoch geteilt, wie man es von den meisten Clematisarten kennt. Dieses Merkmal ist auf dem unten stehenden Bild zu erkennen.

 

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Rosenzucht(VII)

Voller Stolz möchte ich euch heute meine ‚Babies‘ präsentieren. Noch sind sie klein und zart, blühen werden sie frühestens im folgenden Jahr. Meine eingefleischtesten Folger werden sich an meine Rosenzuchtberichte III, IV, V und VI erinnern, die Interessierten unter euch können dort haarklein nachlesen, wie ich mein Zuchtprogramm durchgeführt habe.

Bild oben und unten: eine Kreuzung aus der Immergrünen Rose(Rosa sempervirens) und der Kartoffelrose(Rosa rugosa), welche die Pollen lieferte. Die gewellten Blätter und die feine massive Bestachelung stammen von letzterer. In dem Schneckenhaus steckt das Etikett.

Bild oben und unten: mutmaßlich eine Kreuzung zwischen Immergrüner Rose(Rosa sempervirens) und der Mai- oder Zimtrose(Rosa majalis). Den entgültigen Beweis dürfte die erste Blüte liefern. Hach, bin ich gespannt!

Oh Drosophila

Wenn Sonnenstrahlen sie erwärmen,

die gerne über Fallobst schwärmen

und tanzen über Komposthaufen,

um den Rand des Weinglas‘ laufen,

rufen alle, fern und nah:

‚Drosophila – der Herbst ist da!‘

 

 

Paula und Paul

Unsere beiden Schwarzdrosseln haben erfolgreich zwei(Oder mehr? Wir wissen es nicht, das Nest war so gut im Efeu versteckt, dass wir es nicht einsehen konnten.) Junge groß gezogen. Die Halbwüchsigen verstecken sich erfolgreich in den Dickichten in unserem Garten, so dass sie vor den umherstreifenden Elstern relativ sicher sind. Beim leisesten Krächzen sind Paula und Paul sofort alarmiert und beziehen Position in einem der Nachbarkirschbäume. Paul hat übrigens, entgegen meiner Mutmaßung in ‚Paula‘ vom 10. April, fleißig Schnecken und Würmer gesammelt und die Nestlinge gefüttert, sich zwischendurch aber auch immer wieder eine Auszeit gegönnt und sie mit melodiösem Gesang auf dem Hausdach verbracht.

Die Nähe des Nests zu unserer Terasse und unsere Allgegenwärtigkeit in dem kleinen Reihenhausgarten hat nun zu einem interessanten Verhalten der Drosseln geführt: sie sind fast zahm. Man hat den subjektiven Eindruck, sie würden uns erkennen, und sie haben sehr schnell gelernt, dass von uns keine Gefahr ausgeht und dass die Brotkrümel, die wir nach dem Frühstück auf den Rasen werfen, eine leckere Erweiterung des üblichen Speiseplans darstellen. Mittlerweile kommen sie angeflogen, wenn man den Garten betritt, und wenn man sich still verhält oder gemächlich geht, nähern sie sich bis auf wenige Schritte. Die Fotos entstanden aus einer Entfernung von 1,5 Metern!

Selten gesehene Pflanzen im Garten

Heute möchte ich euch einige Pflanzen vorstellen, die in unseren Gärten völlig zu Unrecht selten zu sehen sind.

Die Schwalbenwurz ist eine einheimische Staude und gedeiht besonders gut auf kalkhaltigen Böden. Sie wird bis 40 cm hoch und erfreut mit ihren zarten Blüten.

Der einheimische Schneeball bildet große Sträucher und schmückt sich im Mai mit zahlreichen Blütendolden, deren äußere Blüten unfruchtbar, aber auffällig sind, während die inneren Blüten klein, aber fruchtbar sind. Aus ihnen entstehen im Herbst leuchtend rote Beeren, die ab Ende des Winters von vielen Vögeln verzehrt werden.

Der Kohl, gemeint sind hier alle Abkömmlinge des einheimischen wilden Kohles, wie er z. B. heute noch auf den Helgoländer Klippen vorkommt, bildet bei uns selten Blüten, und zwar aus einem einfachen Grund: wir essen ihn vorher. Tun wir das nicht, bedankt er sich im 2. oder 3. Jahr mit zahllosen Blüten, die denen des Raps ähneln. Also: einfach mal eine Pflanze stehen lassen…

Die Blüten der Zimthimbeere erinnern eher an eine Rose als an eine Himbeere, und doch gehören sie zweifelsohne zu letzterer Gattung. Sie werden gerne von Hummeln aufgesucht und bilden Beeren, die etwas fade schmecken. Man unterscheidet zwei Arten, die sich durch ihre Blütenfarbe – weiß und rosa – unterscheiden, ansonsten aber sehr ähnlich sind.