Oh Drosophila

Wenn Sonnenstrahlen sie erwärmen,

die gerne über Fallobst schwärmen

und tanzen über Komposthaufen,

um den Rand des Weinglas‘ laufen,

rufen alle, fern und nah:

‚Drosophila – der Herbst ist da!‘

 

 

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Ozean aus Licht

ich kleb am Grund

schattenumflutet

seelenwund

mein Herz verblutet

alles zerbricht

und über mir

ein Ozean aus Licht

 

ich schaue auf

kann mich nicht rühren

du rufst ‚lauf!’

doch… du musst mich führen

so schweres Gewicht

und über mir

ein Ozean aus Licht

 

mit Tränen der Wut

spülst du mich frei

salzige Flut

es ist vorbei

ich seh dein Gesicht

und um uns

ein Ozean aus Licht

 

Frühlingstriebe – ein Gedicht

Der weichen Weidenkätzchen Zier

erweckt nicht nur der Bienen Gier,

wenn nach der kalten Jahreszeit

das Land ergrünet weit und breit.

Dann erwachen alle Triebe

der Bäume – und auch die der Liebe.

Dann geht’s rund in uns’rem Garten!

Niemand möcht noch länger warten.

Wenn Knospen und auch Drüsen schwellen

und die Pheromone quellen,

weiss ein jeder weit und breit:

jetzt beginnt die Paarungszeit.

Die Käfer, ohne viel Gewese,

tanzen Zweierpolonayse.

Die Natter und der Natterich

verheddern und verknoten sich.

Der Hahn steigt von der Hühnerleiter

und macht seine Hennen heiter.

Und auch der Menschen Lagerstätten,

ob Flokati oder Betten,

sind stumme Zeugen wüsten Treibens

und Leiber-aneinander-reibens.

Leidenschaft und Lust und Liebe

allenthalben! Frühlingstriebe!

Musenkuss

Und nun ein frühes Machwerk von mir… 🙂

Küsst mich die Muse auf den Mund,

tu‘ ich feinste Lyrik kund.

Küsst sie mich aber auf die Fresse,

dichte ich, als hieß‘ ich Hesse.

Küsst sie jedoch mir den Steiß,

kommt dabei heraus nur ……

Ach, wisst ihr was? Gedichte müssen sich gar nicht immer reimen.

©mp

Es ist März

Sie regt sich, leise, sieht man kaum,

erwacht aus langem kaltem Traum,

blinzelt schüchtern. Sonnenlicht

blendet, scheint warm ihr in’s Gesicht.

Die Starre weicht, schon taut das Herz.

Es ist März.

Sie streckt sich, sacht, dem Licht entgegen,

steht fröstelnd nass im Frühlingsregen.

Ängstlich tasten klamme Hände,

begreifen sie des Winters Ende.

Die Seele bebt, bald weicht der Schmerz.

Es ist März.

 

Dieses Gedicht habe ich schon einmal auf dieser Seit veröffentlicht. Es passt gerade so gut, dass ich mir erlaube, mich zu wiederholen.

Martin