Kurzes Ölgedicht

Ob Distel, Mandel, Raps, Olive

-bei letzterer nur das native-

ein gutes Öl ist Goldes wert,

ob im Haar oder am Herd.

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Herbstmild

weiches Licht, besonders heute,

milchigblau der Himmel

Winde ruhen, Vögel schweigen,

Äpfel fallen, sonnenschwer

honigzäh und schwer der Duft

von tausend Efeublüten

bannt mich, lässt mich stille stehn

und Pfauenaugen taumeln

Dänischer Limerick

Einst lagen dänische Hünen
am Strande der Insel Fünen.
Sie philosophierten.
Danach urinierten
sie ungeniert in die Dünen.

©m.p.

PS: zum Bild: gerade waren die  Dänen noch da. Ich habe aus Gründen der Diskretion und der Ästhetik gewartet, bis sie ihr Geschäft erledigt hatten. Außerdem stammt das Bild sowieso nicht aus Dänemark, sondern von Spiekeroog.

November

November, Totengräbers Freund,

der Blüten bleicht und Blätter bräunt,

hast jetzt, im Sommer, nichts verloren

auf Dichter- und Poetenforen.

Im Herbst, wenn sich die Wälder lichten,

werd‘ ich weiter an dir dichten.

🙂

Baumgedichte – Gedichte in Bäumen

Ich habe endlich einen Weg gefunden, meine Gedichte einem größeren Publikum näher zu bringen, abgesehen von dieser Plattform. Nein, ich habe keine Lesung veranstaltet, und ich habe auch nicht den Traum eines jeden Dichters, eine Veröffentlichung, erfüllt bekommen. Ich habe mir eine eigene Plattform geschaffen. Ich hänge sie in Bäume. Natürlich hänge ich sie nicht in 22 Meter Höhe in den Teutoburger Wald, wo nur selten jemand vorbeikommt, der gleichzeitig ein sehr gutes Zeiss-Glas mit sich führt, um die Texte vom Waldboden aus zu studieren. Ich bin nämlich schlau. Ich habe sie in Alleebäume gehängt, die einen sehr schönen und häufig begangenen Grünzug im Bielefelder Osten säumen. Obwohl der Bielefelder Osten, in dem auch ich lebe, von einem nicht unerheblichen Anteil Menschen bewohnt wird, die der eine oder andere vielleicht hinter vorgehaltener Hand als bildungsfern bezeichnen würde, bin ich doch voll guter Hoffnung, dass sich immer mal jemand erbarmt und vor den Bäumen, an denen meine Gedichte in 2,5 Meter Höhe hängen, stehen bleibt und sie ergriffen verinnerlicht.

Heute Abend schritt ich zur Tat. 2 Gedichte, fett gedruckt im DinA4-Format und laminiert, hängen mit Hilfe einer Drahtöse(lies Draht-Öse) an dünnen Ästen. Die offene Öse ist mit einem Widerhaken gesichert und kann nur manuell wieder vom Ast gelöst werden. Platziert habe ich die Konstruktion mit Hilfe eines langen Bambusstabes, der einerseits mit einer Gabel versehen ist, um die Öse über den Ast zu heben, andererseits mit einem seitlichen Haken versehen ist, um die Öse nach unten über den Ast zu ziehen.

Die Texte sind vom Boden aus ohne Hilfsmittel unerreichbar, aber doch lesbar. Niemand wird gezwungen, sich mit ihnen zu beschäftigen, und gleichzeitig sind sie jedem Menschen frei zugänglich. Ich fahre diesen Weg täglich zur Arbeit und bin ganz gespannt, ob ich irgend eine Resonanz erleben werde.

 

Wenn ich nur ein Bienchen wär…

Wenn ich nur ein Bienchen wär,

wär das Leben halb so schwer.

Würd‘ auf der Wabe Muster laufen,

jeden Abend Nektar saufen,

durch den Sommerhimmel gleiten,

auf Kamilleblüten reiten,

wäre glücklich und hätt‘ nie

eine Pollenallergie.

Ach, was wär das Leben fein,

könnt ich nur ein Bienchen sein!

©m.p.

Liebesgedicht

Kantig und hart wie ein Kristall
bist du und brichst
mein Licht in tausend Farben.
Geschmeidig und weich wie Samt
bist du, Schwarzer Samt –
mein Licht versinkt in dir.
Glühend und rot wie Kohle
bist du und entfachst
meine Leidenschaft zu heißem Feuer.
Klar und rein wie Sternenlicht
bist du und bringst
mein Firmament zu hellem Strahlen.
©m.p.