Stagnation

kein Laut, nur ein Pling

nur tröpfelnde Zeit

die Wolken ziehen

weiß durch den Himmel

 

ein gelbes Blatt fällt

pling leise vom Zweig

senkrecht, kein Wind weht,

und ruht im Rauhreif

 

das Rotkehlchen ruft

schmetternd ins Leere

pling und huscht davon

der Zweig schwingt noch nach

 

ich starre hinaus

pling! Da! Schon wieder!

und Stille, mein Blut

pulsiert taktdiktierend

 

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November

November, Totengräbers Freund,

der Blüten bleicht und Blätter bräunt,

bringst des Oktobers Werk zu Ende,

machst Schnotternasen, kalte Hände

 

und bescherst so manchem Haus

unerwartet Leichenschmaus.

Doch: wo wir schon beim Essen sind:

Du bietest auch, weiß jedes Kind,

 

kalorienreiche Sachen,

die Groß und Klein sehr glücklich machen.

Gebunkert im Vorweihnachtswahn – 

Stollen, Printen, Marzipan.

 

Spekulatius mag ich sehr.

Schwupp – schon ist die Packung leer.

Wir futtern und verdauen heiter,

und der Arsch wird immer breiter.

 

Ja, der Herbst hat viele Seiten,

gute wie auch schlechte Zeiten.

Was man am meisten an ihm liebt,

ist, wenns was zu essen gibt.

Coffee to go

Coffee to go

and throw away

Coffee to throw, was juckt’s mich, ey!

Der Becher ist leer, mein Leben auch.

Da rührt sich nichts als Kaffee im Bauch,

übersüßt, mit falschem Schaum,

in heißer Hast genossen,

ein kurzer Traum,

der Rest schal weggegossen.

Coffee to throw, du rollst nicht weit,

nur im Kreis, du Zeichen uns’rer Zeit.

 

Herbstmild

weiches Licht, besonders heute,

milchigblau der Himmel

Winde ruhen, Vögel schweigen,

Äpfel fallen, sonnenschwer

honigzäh und schwer der Duft

von tausend Efeublüten

bannt mich, lässt mich stille stehn

und Pfauenaugen taumeln

Dänischer Limerick

Einst lagen dänische Hünen
am Strande der Insel Fünen.
Sie philosophierten.
Danach urinierten
sie ungeniert in die Dünen.

©m.p.

PS: zum Bild: gerade waren die  Dänen noch da. Ich habe aus Gründen der Diskretion und der Ästhetik gewartet, bis sie ihr Geschäft erledigt hatten. Außerdem stammt das Bild sowieso nicht aus Dänemark, sondern von Spiekeroog.

November

November, Totengräbers Freund,

der Blüten bleicht und Blätter bräunt,

hast jetzt, im Sommer, nichts verloren

auf Dichter- und Poetenforen.

Im Herbst, wenn sich die Wälder lichten,

werd‘ ich weiter an dir dichten.

🙂