Pflanzenportrait: Die Mondwinde

Die Mondwinde war mir bis zum vergangenen Sommer gänzlich unbekannt. Anlässlich eines Spaziergangs durch den Botanischen Garten in Münster begab es sich, dass ein kleiner Ableger in Form eines Stängelstückes den Weg in eine meiner tieferen Taschen fand. Dieses Fragment pflanzte ich, wieder in Bielefeld angekommen, flugs in magere Anzuchterde, welche ich feucht hielt, und freute mich alsbald über die zügig erscheinenden Wurzel- und Triebspitzen. Die Jungpflanze, beziehungsweise ihre Wurzel, verbrachte die kalte Zeit im Waschkeller, den sie im April verlassen durfte, um sich in aller Pracht zu entfalten. Die Blüten benötigen nur 1 bis 2 Minuten, um sich zu öffnen, sie blühen vom frühen Abend bis zum späten Morgen des folgenden Tags. Ihr Durchmesser beträgt mindestens 12 cm! Ich habe schon 2 weitere Ableger zum Wurzeln in eine Blumenvase gestellt.

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Rosenzucht(VII)

Voller Stolz möchte ich euch heute meine ‚Babies‘ präsentieren. Noch sind sie klein und zart, blühen werden sie frühestens im folgenden Jahr. Meine eingefleischtesten Folger werden sich an meine Rosenzuchtberichte III, IV, V und VI erinnern, die Interessierten unter euch können dort haarklein nachlesen, wie ich mein Zuchtprogramm durchgeführt habe.

Bild oben und unten: eine Kreuzung aus der Immergrünen Rose(Rosa sempervirens) und der Kartoffelrose(Rosa rugosa), welche die Pollen lieferte. Die gewellten Blätter und die feine massive Bestachelung stammen von letzterer. In dem Schneckenhaus steckt das Etikett.

Bild oben und unten: mutmaßlich eine Kreuzung zwischen Immergrüner Rose(Rosa sempervirens) und der Mai- oder Zimtrose(Rosa majalis). Den entgültigen Beweis dürfte die erste Blüte liefern. Hach, bin ich gespannt!

Was schreib ich bloß?

 

Nachdem ich schon mindestens 2 Tage nichts mehr veröffentlicht habe und mir gerade überhaupt kein Gedicht einfallen mag, muss ich wohl, wie so viele andere, Schmetterlingsbilder posten. Natürlich freue ich mich über eure tollen Fotos und Berichte. Aber ein kleines bisschen möchte ich mich ja schon absetzen, zugegeben. Also zeige ich euch nur Bilder einiger Schmetterlinge, die alle auf der gleichen Pflanze abgelichtet wurden, und zwar nicht auf dem wirklich spektakulären Sommerflieder, sondern auf einer einheimischen Pflanze, dem Wasserdost. Die Bilder verdeutlichen ein wenig, wie wichtig einheimische Pflanzen für unsere Insekten sein können. Ein Exemplar dieser Pflanze gedeiht auch in unserem Garten. Das Titelbild zeigt keinen Schmetterling, sondern einen grübelnden Blogger.

Zitronenfalter, nicht auf dem Dost, aber nahe daran. Das müsst ihr mir jetzt einfach glauben!

Ein Kleiner Fuchs

Ein Distelfalter

Ein Pfauenauge

Ein kleines Leckermaul

Diese Fotos gelangen mir im August 2013. Der Bläuling hatte im Außenbereich eines Cafes den Zuckerspender für sich entdeckt. Die Tatsache, dass er sich nach gelegentlichem Aufscheuchen jedesmal sofort wieder auf diesem nieder lies, lässt vermuten, dass er ein wahres Leckermaul war und außerdem über eine Art Gedächtnis verfügte.

Verheerende Urlaubserfahrung

Bekanntlich gibt es auch heute noch sehr schöne Urlaubsziele. Sie bleiben so lange sehr schön, bis sie überrannt, zugebaut, verkitscht oder sonstwie zerstört werden. Damit diese unerfreulichen Eingriffe des Menschen der in den letzten 10 Tage von mir aufgesuchten Region nicht widerfahren, werde ich nun alles aufzählen, das mir einfällt, was andere Menschen davon abhalten könnte, diese erschreckend zauberhafte Landschaft ebenfalls kennen lernen zu wollen. Es handelt sich um die Alpen, dieses abweisende und gefährliche Massiv zwischen Bodensee und Gardasee, genauer gesagt, den E5, ein erschütternd schöner Wanderweg, welcher dieses drohende Gebirge aus Fels und Stein durchwindet und überschreitet. Wir begingen ihn von Kempten bis Meran, kreuzten 2 Landesgrenzen und sammelten reichlich Höhenmeter. Wir folgten finsteren Schluchten und rasenden Bächlein, überschritten herzzerreißend schöne Almen voller Blumen von aufdringlicher Schönheit und wurden vom Gletschereis geblendet. Tödliche UV-Strahlung durchbohrte unseren 50+-Schutz, nur an einem Tag gelang es eisigem Nieselregen nicht, unsere Kleidung zu durchdringen. Eine fremdartige Tierwelt bedrohte uns während des gesamten anstrengenden und kräftezehrenden Marsches. Eine Kreuzotter versuchte, durch eilige Flucht Harmlosigkeit vorzutäuschen, Murmeltiere bemühten sich, uns durch lautes Pfeifen vom Weg abzubringen, ein Steinbock stand, einem bösen Omen gleich, auf einem Felsen auf der anderen Seite der tiefen Schlucht, und ein hoch über uns dräuender Steinadler beäugte uns misstrauisch und schien jeden Moment auf uns nieder stoßen zu wollen. Aufdringlich-freundliche Hüttenwirte empfingen uns mit Speisen und Getränken, deren Menge und Qualität die Gaben der Circe an Odysseus, mit denen sie ihn zum Verbleiben auf ihrer Insel verführte, in den Schatten stellten. Schnell wurden wir vom Virus der Entspannung und der Freude befallen, doch unsere unerbittliche Reiseleiterin kannte keine Gnade, sie hetzte uns sachten Schrittes von einem erschaudernd schönen Berg auf den nächsten, willig unterstützt von ihrem Assistenten, welcher vorgab, als ‚letzter Mann‘ der Kolonne dafür zu sorgen, dass niemand verloren ginge. Niemandem gelang es, sich heimlich in die Büsche zu schlagen, und so gelangten wir alle wider Erwarten nach Meran, wo unsere Reise ein glückliches Ende fand.

Und jetzt mal ernsthaft und in einem Satz: es war ein wundervoller Urlaub!

Herzliche Grüße an euch alle!

Martin

Spiekeroog

Zu Pfingsten auf Spiekeroog kann ich eigentlich nicht empfehlen, ja, man sollte alles vermeiden, was möglich ist, was dazu führen könnte, dass sich herumspricht, wie ausgesprochen schön diese Insel ist, ganz besonders zu Pfingsten! Und als gälte es, in diesem Jahr noch ordentlich einen drauf zu setzen, spielte das Wetter in bisher nicht erlebter Weise mit. 8 Tage lang ging die Sonne wie erwartet im Nordosten auf, zog ihre lange und vielstündige Bahn über einen makellosen blauen Himmel, ohne einer einzigen Wolke zu begegnen, und versank in einem sich endlos hinziehenden, ebenso makellosen Sonnenuntergang hinter dem nordwestlichen Horizont. Kopfbedeckung war Pflicht! Apropos Horizont: aufgrund einer seltenen meteorologischen Konstellation – kalte Luft über dem Wasser, wärmere Luft weiter oben – konnten wir, auf einer Düne stehend, die Helgoländer Klippen sehen, welche eigentlich hinter selbigem liegen und somit entrückt sind.

Der Lichtpunkt ist der Leuchtturm von Helgoland. Auf diesem Bild kann man die Klippen nur ahnen…

Auf diesem Bild erkennt man Helgoland recht gut – links die ‚Lange Anna‘, rechts erahnt man den Leuchtturm und einen Sendemast.

 

in weiter Ferne – die Offshore-Windanlage in der Nordsee

 

Neben häufigen Sonnenuntergängen und seltenen Helgolandsichtungen wäre noch die Pflanzenwelt der Insel mehr als erwähnenswert. Auf Strand und Weißdünen folgen Graudünen und zahlreiche kleine Wäldchen, schließlich Wiesen und Salzwiesen.

die Strandnelke wiegt sich im Wind

 

die häufig zu findende Kuckucks-Lichtnelke

 

die zierliche Salzmiere

 

trittfest und hitzeresistent: das Gänsefingerkraut

 

ein Hingucker: das Dünenstiefmütterchen

 

so reines Blau – das Hundsveilchen

 

Diese abwechslungsreiche Landschaft bietet zahllosen Vogelarten Schutz und Nahrung. Sie labt die Augen und die Ohren und das Gemüt. Ich habe mich noch nie in so kurzer Zeit so gut erholt wie in diesem Jahr auf Spiekeroog.

ein erholter Madddin

Paula und Paul

Unsere beiden Schwarzdrosseln haben erfolgreich zwei(Oder mehr? Wir wissen es nicht, das Nest war so gut im Efeu versteckt, dass wir es nicht einsehen konnten.) Junge groß gezogen. Die Halbwüchsigen verstecken sich erfolgreich in den Dickichten in unserem Garten, so dass sie vor den umherstreifenden Elstern relativ sicher sind. Beim leisesten Krächzen sind Paula und Paul sofort alarmiert und beziehen Position in einem der Nachbarkirschbäume. Paul hat übrigens, entgegen meiner Mutmaßung in ‚Paula‘ vom 10. April, fleißig Schnecken und Würmer gesammelt und die Nestlinge gefüttert, sich zwischendurch aber auch immer wieder eine Auszeit gegönnt und sie mit melodiösem Gesang auf dem Hausdach verbracht.

Die Nähe des Nests zu unserer Terasse und unsere Allgegenwärtigkeit in dem kleinen Reihenhausgarten hat nun zu einem interessanten Verhalten der Drosseln geführt: sie sind fast zahm. Man hat den subjektiven Eindruck, sie würden uns erkennen, und sie haben sehr schnell gelernt, dass von uns keine Gefahr ausgeht und dass die Brotkrümel, die wir nach dem Frühstück auf den Rasen werfen, eine leckere Erweiterung des üblichen Speiseplans darstellen. Mittlerweile kommen sie angeflogen, wenn man den Garten betritt, und wenn man sich still verhält oder gemächlich geht, nähern sie sich bis auf wenige Schritte. Die Fotos entstanden aus einer Entfernung von 1,5 Metern!