Jetzt

Die Zeit, vom Glockenschlag getrieben,

Steht gleichwohl still.

Der Amsel Ruf sinkt zögerlich

Hernieder durch die Luft,

Welche zäh wie Honig.

PhantasTISCH…

…nenne ich den Tisch, an dem ich gerade sitze. Er steht in der Sonne. Vor einem Cafe. Vor mir eine Flasche Rhabarberschorle, eiskalt.

Um mich herum flüchtiges Geplauder und singende Vögel. Bewusst habe ich einen Platz im Sonnenschein gewählt, die leichte Brise sorgt für kühlenden Ausgleich. Wunderbar.

Spatz

frei nach Sparrow von Paul Simon

Wer wärmt den Spatz, der auf der Flucht

vor Wind und Wetter Deckung sucht?

Ich nicht, so spricht die Eiche.

Schutz vor Sturm und Blitz? Nur über meine Leiche.

Wer füttert ihn, wenn er verzagt

und nackter Hunger an ihm nagt?

Ich nicht, so spricht der Weizen.

Ich brauche jedes Korn, drum muss ich leider geizen.

Wer spricht zu ihm und schenkt ihm Trost,

wenn ringsherum Verzweiflung tost?

Ich nicht, so spricht der Schwan.

Schau her und sieh, wie schön ich bin. Was geht mich schon dein Elend an!

Wer leitet ihn zur letzten Ruh,

deckt klagend ihn mit Erde zu?

Ich schon, so spricht der Wind.

Ich trag den Staub, aus dem doch alle Wesen sind.

Der Osterhase

Hört nur, ich hab ein Häschen gesehn!

So schwer beladen, konnt kaum noch stehn.

Und wie ich so stehe und staun und mich frag:

‚Was treibt’s so heimlich am heutigen Tag?‘,

fällt mein Blick in die Kiepe, die große und schwere.

Dort herrscht mitnichten gähnende Leere.

Gefüllt ist sie mit leckren Sachen,

die brave Kinder glücklich machen.

Des Waidmanns Herz in meiner Brust

hüpft freudig auf vor lauter Lust.

Ich lege an, mit beiden Rohren

treff ich ihn zwischen die Ohren,

blas ihm die Lebenslampe aus,

freu mich schon auf den Hasenschmaus.

Und dazu, welch eine Feier,

gibt’s viele leckre Ostereier.

mp©

Masken sammeln

Seit gestern gibt es, wie ihr wisst, Pfand auf Masken, 5 Cent für medizinische und 10 Cent für FFP2-Masken. In der Stadt war die Hölle los, überall Menschen mit Tragetaschen und Grillzangen, von Sammelleidenschaft ergriffen. Die Masken können zur Wiederaufbereitung im Umweltamt der Stadt Bielefeld abgegeben werden.

Der Baumstumpf

Ein Stumpf, wo einst ein Baum sich reckte,
seine Zweige lichtwärts streckte,

den Vögeln Heim und Zuflucht bot,

er steht nicht mehr, jetzt ist er tot.

*

Es hieß, dass er befallen sei,

vom Pilz zerfressen, und dabei

schien’s ihm noch gestern gut zu gehen.

Ich sah ihn hier im Sturme stehen,

*

wie er sich wiegte, wie er lachte,

sich bog, dass seine Rinde krachte,

mit seinen Ästen um sich schlug

und doch des Windes Macht ertrug.

*

Als man die Säge an ihn setzte,

die kreischend ihm das Mark zerfetzte,

war’s rasend schnell um ihn geschehn.

Nur den Stumpf ließen sie stehn.