Februar

Der Monde kürzester im Jahr

heißt zweifelsohne Februar.

Er ist des Jänners kleiner Bruder –

und fast genauso kalt, das Luder.

*

Kein Vogelsang, kein Blumenduft

dringt durch die neblig kalte Luft.

In ihm hat man sich schon die Ohren

und manches and’re abgefroren.

*

Auch ist der Farbenrausch ihm fremd.

Er geht in klammem grauem Hemd.

Die Dinge, die ihn bunter machen,

entfahren trunk’ner Jecken Rachen.

*

Das einzig schöne an dir ist,

dass du so schnell vorüber bist.

Ich bitte dich: räum schnell das Feld

auf dass der Frühling Einzug hält.

©m.p.

November

November, Totengräbers Freund,

der Blüten bleicht und Blätter bräunt,

bringst des Oktobers Werk zu Ende,

machst Schnotternasen, kalte Hände

und bescherst so manchem Haus

unerwartet Leichenschmaus.

Doch: wo wir schon beim Essen sind:

Du bietest auch, weiß jedes Kind,

kalorienreiche Sachen,

die Groß und Klein sehr glücklich machen.

Gebunkert im Vorweihnachtswahn –

Stollen, Printen, Marzipan.

Spekulatius mag ich sehr.

Schwupp – schon ist die Packung leer.

Wir futtern und verdauen heiter,

und der Arsch wird immer breiter.

Ja, der Herbst hat viele Seiten,

gute wie auch schlechte Zeiten.

Was man am meisten an ihm liebt,

ist, wenns was zu essen gibt.