Sankt Martin

Unlängst, zu Coronazeiten,

sah man den St. Martin reiten,

wie von Ort zu Ort er eilte

und mit jedem alles teilte.

°

In Bielefeld, am Straßenrand,

im schönen Ostwestfalenland,

saß ein Bettler, nackt und bloß,

und nicht nur das, auch maskenlos.

°

„Ich seh’s“ sprach Martin, „bist in Not.

Willst du ein halbes Butterbrot?

Oder, denn der Frost ist nah,

mein halbes Cape, von C&A?“

°

„Reich mir die Maske, guter Mann,

auf daß ich mich bedecken kann.

Lieber einen kalten Hintern

als mit Corona überwintern!“

°

Sankt Martin sah wohl die Gefahr,

da er nicht mehr der jüngste war.

Der arme Bettler pfiff jedoch

schon aus dem allerletzten Loch.

°

St. Martin teilt‘ mit Schwertes Schneide

die Maske und sagt’ „Reicht für beide.“

Er half dem Bettler in der Not.

Schade, jetzt sind beide tot.

m.p.

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